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01/03 2012
Pressemitteilung: Studie konterkariert Bemühungen der Jugendlichen um Integration

01.03.2012

 

Studie konterkariert Bemühungen der Jugendlichen um Integration

 

Offensichtlich weiß Innenminister Friedrich selbst nicht, was in der heute vom Bundesinnenministerium veröffentlichten Studie „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ steht. So heißt es auf Seite 119: „Am besten sollte sich der Leser deshalb für die Interpretation der hier berichteten Befunde immer am konkreten Inhalt der Items und auch der Antwortkategorien orientieren (der jeweils mit berichtet wird), denn weitergehende Schlussfolgerungen (zum Beispiel über radikales Verhalten) sind und bleiben rein spekulativer Natur.“ Dies ist Herrn Friedrich offensichtlich entgangen, und so konnte er die Schlagzeilen produzieren, die er gerne haben möchte: Schlagzeilen, um eine Politik der Ausgrenzung und Ablehnung kultureller und religiöser Vielfalt zu befördern. Wie sonst erklärt es sich, dass ausgerechnet die Bild-Zeitung schon vor Veröffentlichung über ihre „Ergebnisse“ informiert wurde?

Wir alle wissen, dass die angebliche „starke Religiosität“ den Jugendlichen häufig nur dazu dient, zu provozieren und sich abzugrenzen von denen, die sie sowieso nicht als Bürger unseres Landes anerkennen. Es ist erschreckend, wie bedenkenlos hier soziale Probleme instrumentalisiert werden, um Intoleranz zu befördern und die Wertschätzung religiöser Vielfalt zu untergraben.

Auch die Studie selbst weist gravierende Mängel auf. Schon die Tatsache, dass man sich unter anderem auf Fernsehbeiträge stützt, zeigt wie tendenziös hier gearbeitet wurde. Die Fragestellungen erlauben, wie ja von den Forschern selber gesagt wird, keine weiteren Schlüsse, wie wir sie jetzt bei Herrn Friedrich und in den Medien finden. Auch kann die Studie keine Repräsentativität beanspruchen auf Grund der geringen Teilnehmerzahl.

Tatsache ist – und das wird bei genauerem Hinsehen sogar von dieser Studie bestätigt - dass Muslime ähnliche Werte wie andere Bevölkerungsgruppen aufweisen, wenn es um die Anerkennung unserer Gesellschaftsordnung geht. Auch unsere Arbeit mit muslimischen Jugendlichen zeigt, dass sie dazu gehören möchten, dass sie hier heimisch sind, aber dass sie sich durch Schlagzeilen, wie Herr Friedrich sie gerade wieder produziert hat, ausgegrenzt fühlen und ihre Bemühungen um Zugehörigkeit dadurch ins Leere laufen.

 

Lydia Nofal

Vorsitzende Inssan e.V.

Gitschiner Straße 17

10969 Berlin

030/20 61 96 44

nofal@inssan.de

 

 

 

„Kreuzberg im Gespräch“

 

In Kooperation mit dem Bezirksamt Friedrichshain-­‐Kreuzberg hat Inssan im Rahmen des Projekts „Kreuzberg im Gespräch“ bislang zwei Veranstaltungen zur Förderung der Partizipation muslimischer Einrichtungen in bestehenden bezirklichen Strukturen erfolgreich durchgeführt. Das Projekt wurde gefördert durch den Lokalen Aktionsplan im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und fand unter der Schirmherrschaft vom Bezirksbürgermeister Dr. F. Schulz statt.

Die Tagungen boten die Möglichkeit für einen unmittelbaren Austausch zwischen den muslimischen Einrichtungen und der kommunalen Verwaltung des Bezirks Friedrichshain-­‐Kreuzberg und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen. In den regen Podiumsgesprächen mit Publikumsbeteiligung und der darauffolgenden Gruppenarbeit wurde über Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit zwischen den muslimischen Einrichtungen und der kommunalen Verwaltung des Bezirks diskutiert sowie konkrete Möglichkeiten der strukturellen Vernetzung und Zusammenarbeit entwickelt.

 

 

Wir haben für Sie die Ergebnisse der beiden Tagungen zusammengefasst, in Form konkreter Vorschlägen für Zusammenarbeit zwischen muslimischen Einrichtungen und der kommunalen Verwaltung des Bezirks und Empfehlungen für die Einbindung der Moscheen und muslimischen Einrichtungen in den Stadtteil.

 

Weitere Informationen finden Sie hier als PDF.

 

Seit einem Jahr aktiv gegen Diskriminierung von Muslimen

 

Weitere Informationen finden Sie auf auf der Website des Netzwerks:

www.netzwerkdiskriminierung.de

Seit einem Jahr ist das Netzwerk gegen Diskriminierung von Muslimen in Berlin aktiv. Mit Fragebögen, Aufklärungsveranstaltungen und Rechtsberatung wird Diskriminierung und Ausgrenzung aktiv entgegengetreten. In 52 Veranstaltungen in Berliner Moscheen und muslimischen Einrichtungen mit insgesamt 933 Teilnehmern wurde das Rechtsbewusstsein gestärkt und den Menschen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Seit August 2010 läuft das Projekt „Netzwerk gegen Diskriminierung von Muslimen“ als Kooperationsprojekt von Inssan und dem Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin (ADNB) des TBB. Die Koordinatorin des Projekts, Lydia Nofal von Inssan zu den bisherigen Erfahrungen im Rahmen des Projekts: „Diskriminierungen werden von den Betroffenen häufig als „normal“ empfunden, mit unseren Veranstaltungen gelingt es uns, diese „Normalität“ zu durchbrechen. Insbesondere Frauen mit Kopftuch haben mit Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen, haben Probleme, einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz zu finden. Häufig beschränken sie ihre Suche gleich auf den Bereich der eigenen Community, da sie keine Hoffnung haben, in anderen Bereichen überhaupt akzeptiert zu werden. Wir zeigen den Menschen, dass unsere Gesetze die Menschen schützen können und dass sie selbst etwas tun können. Sie erkennen, dass Diskriminierung nicht ein persönliches Problem von ihnen ist, sondern dass wir es hier mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun haben. Wir sind sehr beeindruckt von der großen Unterstützung, die das Projekt durch die Berliner Moscheevereine erfährt. Ohne diese aktive Unterstützung wäre ein solcher Erfolg mit fast 1000 Teilnehmern nicht möglich gewesen.“

Insgesamt wurden im ersten Jahr 221 Fälle von Diskriminierung an hand von Fragebögen dokumentiert. Hierzu Nuran Yigit, Leiterin des Antidiskriminierungsbüros Berlin (ADNB) des TBB: „Die hohe Zahl der Meldungen zeigt uns, dass wir es hier mit einem ernstzunehmenden gesellschaftlichen Problem zu tun haben, dem sich alle politischen und gesellschaftlichen Akteure gemeinsam und entschlossenen entgegen stellen müssen. Insbesondere der hohe Prozentsatz von Meldungen aus dem Bereich Arbeit mit 21% besorgt uns. Noch größer ist nach unseren bisherigen Erfahrungen der Handlungsbedarf im Bereich der Bildung, aus dem ein Drittel aller uns gemeldeten Fälle stammen.“

Im Rahmen des Projekts wurden bisher 20 Antidiskriminierungsbeauftragte ausgebildet, die in insgesamt 34 Berliner Moscheen erste Ansprechpartner für ihre Gemeindemitglieder sind. Die Antidiskriminierungsbeauftragten kommen aus den Gemeinden und können betroffenen Gemeindemitgliedern erste Hilfestellung geben und bei Bedarf an das Beratungsangebot des Netzwerks weiterleiten. Insgesamt haben seit Beginn des Projekts 35 Muslime das Beratungsangebot des ADNB in Anspruch genommen.

Das Projekt wird zu zwei Dritteln aus dem Haushalt des Berliner Integrationsbeauftragten und zu einem Drittel von der Open Society Foundation (OSF) finanziert.

 

Kontakte:

ADNB des TBB Nuran Yigit Tempelhofer Ufer 21 10963 Berlin

Tel. 030/61 30 53 28

Fax 030/ 61 30 43 10 netzwerk.muslime@tbb-berlin.de www.adnb.de

 

Inssan e.V.

Lydia Nofal

Gitschiner Straße 17

10969 Berlin

Tel. 030/20 61 96 44

Fax 030/20 61 96 42 antidiskriminierung@inssan.de www.inssan.de

 

Einladung zur Tagung

"Moscheen im Stadtteil. Erfahrungen und Möglichkeiten der Vernetzung"

Wann? Freitag, 16. Dezember 9:30-14:00 Uhr

Wo? Im Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V., Urbanstr. 21, 10961 Berlin

 

Moscheen gehören seit Jahrzehnten zu Kreuzberg. Was tragen sie zum Stadtteil bei? Über welche Ressourcen verfügen sie und wie sind die Möglichkeiten der Selbstrealisation?

Aus den Hinterhöfen in die Vorderhäuser, die Straßen, den Kiez und die Stadt – längst verwirklichte Realität oder Notwendigkeit für die Zukunft der Stadt?

Experten aus den Moscheen, Quartiersmanagement und der Bezirksverwaltung diskutieren untereinander und mit Ihnen über Herausforderungen und Chancen des Miteinanders bei der gemeinsamen Gestaltung des Stadtteils.

Sie sind herzlich eingeladen sich zu informieren und mitzudiskutieren! Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Einladung, Programm und Kontakt

 

Einladung zur Tagung "Jugendarbeit in den Moscheen- zwischen Möglichkeiten und Anforderungen"

Mittwoch, 30. November 9:30 - 14:00 Uhr im Nachbarschaftshaus

Urbanstraße e.V., Urbanstr.21, 10961 Berlin

Experten aus den Moscheen, Kreuzberger Vereinen und der Bezirksverwaltung diskutieren untereinander und mit Ihnen über Inhalte, Herausforderungen und Chancen zur Verbesserung der Jugendarbeit in den Moscheen, sowie Möglichkeiten der Vernetzung. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen sich zu informieren und mitzudiskutieren! Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Einladung, Programm und Kontakt

 

 


 

 

 

 

 

 

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